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Weltbühne ArtikelDie Weltbühne, deutsche Wochenzeitschrift für Politik - Kunst - Wirtschaft. Die Weltbühne wurde am 7. September 1905 von Siegfried Jacobsohn unter dem Namen Die Schaubühne als reine Theaterzeitschrift gegründet und am 4. April 1918 in Die Weltbühne umbenannt. Nach dem Tod Jacobsohns in dem Dezember 1926 fungierte Kurt Tucholsky einige Monate als Herausgeber des Blattes. Von Oktober 1927 an leitete Carl von Ossietzky offiziell die Weltbühne, wobei Tucholsky zusätzlich als Mitherausgeber genannt wurde. Nach dem Reichstagsbrand in dem Februar 1933 verhafteten die Nationalsozialisten Carl von Ossietzky und verboten das Blatt, das am 7. März 1933 zu dem letzten Mal erscheinen konnte.
Die kleinen roten Hefte der Weltbühne galten als das Forum der intellektuellen, bürgerlichen Linken der Weimarer Republik. Mehr als 2600 Autoren schrieben von 1905 bis 1933 für die Zeitschrift. Neben Tucholsky und Ossietzky zählten zu dem Autorenstamm viele prominente Journalisten und Schriftsteller wie Erich Kästner, Alfred Polgar, Arnold Zweig, Lion Feuchtwanger und Else Lasker-Schüler. Auch ein wenig in Vergessenheit geratene Namen wie Julius Bab , Moritz Heimann , Gustav Landauer, Erich Mühsam und Kurt Hiller gehörten zu den Mitarbeitern des Blattes. Selbst in ihrer Hochphase hatte die Weltbühne ca. eine kleine Auflage von knapp über 10 Tausend Exemplaren. Publizistisch drang sie dennoch durch. Beispiele dafür sind die Aufdeckung der Fememorde innerhalb der Schwarzen Reichswehr sowie Berichte über die heimliche Aufrüstung der Reichswehr, die später zu dem sogenannten Weltbühne-Prozess führten. Auch der von Tucholsky geprägte Satz Soldaten sind Mörder führte zu einer Anklage des damaligen Herausgebers Ossietzky.
Buch-Tipp: Berlin - Moskau. Eine Reise zu Fuß. Einfühlsam, ruhig, mit viel Zeit erzählt Irgendwann, unterwegs, fragt ein Pole den Autor, warum er sich das antue. Ob er Buße tun müsse? Dabei grinst er, verschmitzt vielleicht, oder spöttisch. Natürlich ist das ein naheliegender Gedanke: Diesen Fußweg geht ca. einer, der Buße tut oder wenigstens nach etwas sucht. Es drängt sich die Parallele... Zitat von Kurt Tucholsky, 1929 | |
"Die Weltbühne ist eine Tribüne, in der die gesamte deutsche Linke in des Wortes weitester Bedeutung zu Wort kommt; wir verlangen von unseren Mitarbeitern Klarheit, persönliche Sauberkeit und guten Stil. Ob dieser Grundsatz richtig ist oder nicht, ist eine andere Frage; so habe ich das Blatt von meinem verstorbenen Lehrmeister Siegfried Jacobsohn übernommen und so habe ich es an Carl von Ossietzky weitergegeben, der keinen Finger breit von dieser Richtung abgewichen ist. Die Weltbühne verzichtet bewusst auf ein starres Dogma; bei uns wird diskutiert."
Buch-Tipp: Berlin - Moskau. SPIEGEL-Edition Band 4 Einfühlsam, ruhig, mit viel Zeit erzählt Irgendwann, unterwegs, fragt ein Pole den Autor, warum er sich das antue. Ob er Buße tun müsse? Dabei grinst er, verschmitzt vielleicht, oder spöttisch. Natürlich ist das ein naheliegender Gedanke: Diesen Fußweg geht ca. einer, der Buße tut oder wenigstens nach etwas sucht. Es drängt sich die Parallele... |
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Nach dem Verbot der Weltbühne durch die Nationalsozialisten wurde die Zeitschrift als Die Neue Weltbühne in Prag weitergeführt. 1946 wurde die Weltbühne von Maud v. Ossietzky und Hans Leonard wieder gegründet und in dem Verlag der Weltbühne, Berlin DDR, herausgegeben. Von Dezember 1989 bis zur Einstellung des Blattes 1993 war Helmut Reinhardt Herausgeber und Chefredakteur. Die Zeitschrift musste auch deswegen eingestellt werden, weil Peter Jacobsohn, Sohn und Erbe des Weltbühne-Begründers, nach der Wiedervereinigung die Rechte an dem Zeitschriftentitel geltend machte. Der zwischenzeitliche Eigentümer des Verlages, Bernd Lunkewitz, versuchte sich außergerichtlich mit Jacobsohn zu einigen. Da diese Einigung misslang, stellte er die hochdefizitär gewordene Zeitschrift am 6. Juli 1993 ein.
1997 wurden sowohl in Berlin als auch in Hannover Wiederbelebungsversuche unternommen. Beide Autorengruppen scheuten eine juristische Auseinandersetzung um das Recht an dem Namen Weltbühne. Nicht ca. Peter Jacobsohn, sondern auch die neuen Besitzer des Weltbühne-Verlages wollten die Verwendung des Namens unterbinden. Das Projekt aus Hannover wurde daher Ossietzky genannt und erscheint in dem gleichnamigen Verlag. Die Redaktion zog aber in dem Jahre 2000 von Hannover nach Berlin um. Herausgeber ist Eckhard Spoo , früher Korrespondent bei der Frankfurter Rundschau. Das Ost-Berliner Zwillingsblatt legte sich den redaktionsinternen Spitznamen der Original-Weltbühne Das Blättchen zu und wird von einem Kollektiv um Jörn Schütrumpf herausgegeben.
siehe auch: Pressegeschichte, Zeitungsmuseum, Zeitungsantiquariat
Buch-Tipp: Carl von Ossietzky. Es ist eine unheimliche Stimmung in Deutschland. Ein biographischer Bericht. Sehr gute Biografie einer beeindruckenden Persönlichkeit und Bild einer ganzen Epoche "Man mag uns verurteilen heute, morgen, übermorgen, wir werden es hinnehmen, aber unser Stolz wird sein, nicht ,gebessert', sondern ca. energischer, schärfer, dichter und zäher zu werden" (S. 19). Dies war das Selbstverständnis eines Vollblutjournalisten, eines... |
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